Mein erster Megamarsch

Erst Megamarsch, dann mega im Arsch, oder auch mein Pleiten, Pech und Pannentag 😀

Mein Tag fing schon recht früh an. Lag da dran, dass mein Körper sich wohl dachte: „mmmh 24h kein sinnvolles Klo, also erst mal alles entleeren!“. Was dazu führte, dass ich am Morgen bis zur Abfahrt zum Bahnhof SECHS mal auf dem Klo war. Das glaubt einem niemand 😀

Den Rucksack mit Ersatzkleidung und Verpflegung hatte ich bereits am Vortag gepackt und die Kleidung daneben gelegt. Nochmal alles kontrolliert, ob auch alles dabei war.

Also auf zum Bahnhof.
Pünktlich 12:19 Uhr kam mein Zug, der mich dann zum Hauptbahnhof brachte. Von dort ging es mit der Regionalbahn bis nach Köln. Einzig, die Regionalbahn nach Brühl hatte etwas Verspätung, aber das war ja alles eingeplant. Es war ja sogar soviel Zeit eingeplant, dass ich einen Anschluß hätte verpassen können, oder das mein Arbeitskollege verpennt und mich nicht in Brühl abholt.
Aber mein Kollege war doch recht pünktlich und hat mich dann netter weise die drei Kilometer zum Start gefahren. Klingt komisch… da will man 100km laufen und spart sich die 3km 😀 Aber man will ja fit starten!
Damit es nicht so langweilig war, ist er dann noch eine Stunden da geblieben und hat sich mit mir über den bevorstehenden Marsch unterhalten. Schönen Dank an meinen Kollegen 🙂 Wie gut, dass wir so früh waren. So hatten wir einen Parkplatz. Ein wenig später war das eine Katastrophe, weil der Platz zu klein war.

Um 15 Uhr bin ich dann langsam zum Start gegangen um im ersten Starterfeld zu sein. Nochmal schnell alle Geräte überprüft und oh! Handy NUR noch 70% Akku… Also fix angeschlossen.
Gegen 15:30 Uhr füllte sich dann der Sammelplatz am Startpunkt.
15:55 Uhr nochmal schnell Schuhe nachbinden. Beim wieder aufstehen, kam mir dann ein bekanntes Geräusch zu Ohren! biep BIEP… biep BIEP!
Ich guck das Handy an und denk nur F***. Ich hatte total vergessen, dass ich ja das Kabel am Handy angeschlossen hatte und das war in der Pulli-Tasche. Tja Stecker verbogen. Dummerweise so gut, dass das Kabel nur noch in einer bestimmten Position laden wollte. Also mit Pflasterband fixiert.

16:00 Uhr!!! Los gehts. Über 200 Wanderer pressen sich vorran. IKEA ist flott dagegen. Bürgersteig? Überbewertet. Wir nehmen die Straße ein 😀


Nach ein hundert Metern ging es dann in den Wald. Mal wieder ein Planungsfehler würde ich behaupten. Mehrere hundert Wanderer mussten sich auf einmal über einen leicht matschigen Weg pressen, wo man eigentlich nur einzeln hintereinander sinnvoll gehen konnte.
Achja und eh ich es vergesse… biep BIEP biep BIEP… Laden ging beim Laufen nimmer. Zu viel Gewackel! Also gibt es nur wenige    Fotos vom Lauf!


Ab nun ging es eigentlich Kilometer um Kilometer durch Wälder. Kurz mal ein paar Häuser oder mal ein Dorf und dann wieder Wälder. Irgendwann bin ich auf zwei Mädels getroffen, an die ich mich einfach drangehängt habe und ohne groß zu denken nur gefolgt bin. Laufen ohne Hirn 😀 Ja das geht.


Bis zum 1. Verpflegungspunkt war es inzwischen dunkel geworden. Dort gab es dann Wasser, Müsliriegel, Salami, Obst,…
Schnell also Wasser aufgefüllt und was zu essen genommen. Socken gewechselt und wieder los.
Diesmal alleine. In der Dunkelheit sah eigentlich alles gleich aus. Egal, obs nun ein Waldweg war, oder ein Feldweg. Sehr viele lange Strecken, wo man nicht denken musste. Nur die Makierungen des Weges machten nun Probleme. Bis zum 1. VPS hatten die Begleiter vom Megamarsch Makierungen auf die Wege gesprüht. Danach nicht mehr. Also musste man nun selber suchen. Nach einer gangen weile, lief ich wieder hinter einer Gruppe her. Die aber recht zügig unterwegs waren. Wobei ich dass aber da noch nicht mal so wahr genommen habe.
Nach vielen Kilometern über Feldwege, musste nun ein Kreisverkehr von einer Hauptstaße überwunden werden. Das war garnicht lustig. Die Autos flogen quasi durch den Kreisel und dann gibt es da nicht mal einen Fußweg. Ein Hinweis für die Autofahrer, dass die langsamer fahren war auch nicht vorhanden. Nach dem Kreisverkehr habe ich dann entschlossen mir die Warnweste anzuziehen.
Auf dem Weg dann nach Rheinbach fiel mir dann wieder ein, dass ich ja die Socken zum Trocknen an die Schnalle vom Rucksack gehangen hatte… Naaa merkt jemand das Problem? Genau! Einige Kilometer vorher hatte ich die Weste aus dem Rucksack geholt und genau diese Schnalle geöffnet. Also nächste Panne! Fast neue Socken für 20€ verloren! Man war ich pissig auf mich selber.
In der Zwischenzeit hatte ich mich dann an eine neue Gruppe angeschlossen. Die gingen etwas langsamer, was also ein angenehmeres Tempo war.
Am VPS 2 wurde ich dann von meinem Vater empfangen. Der hatte mir ein neues Ladekabel mitgebracht und schwarzen Tee für die Nacht.
Achja, genauso wie der 1. VPS war auch der 2. VPS nicht dort, wie er im GPS Pfad angegeben war. Hatte also gut zu Verwirrung geführt.
Anschließend ging es dann wieder durch unzählige Felder bis zum Hardtwald. Schon leicht erschöpft, hatte der es gut in sich. Was aber das größte Problem war, war der Abstieg nach Kreuzweingarten. Der Weg ist dort sehr schmal, steil und steinig. Auf diesen gerade mal 300m bin ich mehrfach mit meinem linken Fuß umgeklingt. Die Schmerzen waren entsprechend. Wobei es eigentlich sogar noch ging. Aber auf den nächsten ca. 10km bis zum VPS 3 wurden die Schmerzen dann so gemein, da das Knie auch noch einen Schuß von dem Weg weg hatte, dass der Kreislauf anfing zu spinnen.
Den habe ich dann beim Laufen durch viel Trinken und Schokolade wieder beruhigen können, aber die Fußschmerzen waren schon echt nicht mehr ohne. Somit musste ich leider die Vernunft walten lassen und habe ca. 1 Stunde vor erreichen des VPS 3 meinen Abholdienst angerufen und am VPS 3 den Lauf nach 64,2km beendet.

Lauf Routenplaner, sollte mein Taxi dann eine gute Stunden bis dort brauchen. Weil der VPS nicht ausgeschildert war und in einer kleinen Nebenstraße lag, hatte ich mich dann an die Hauptstraße gestellt. Nur kam und kam sie nicht. Wie gut, dass die kein Handy dabei hatte. Nach über einer halben Stunde Verspätung war sie dann da. Wo war das Problem? Das liebe Auto war nach der Autobahnabfahrt einfach von selber ausgegangen und zeigte nun fortan die Motorkontrollleuchte!

Die Rückfahrt ging dann vorsichtig über die Autobahn mit 90 (war eh nichts los) und durch Nebel zurück Richtung Heimat.

Meine nächsten Tage waren dann nicht sehr angenehm. Am Sonntag war gehen eigentlich unmöglich. Da tat mehr oder minder alles weh. Zwischendurch war das Fußgelenk ziemlich angeschwollen und warm. Habe es dann über mehrere Stunden gekühlt.

Nun 3 Tage nach dem Lauf, ist das Gelenk deutlich besser und ich kann wieder Treppen gehen. Dafür muss ich zwar noch etwas tricksen, um in fast normalem Tempo die zu laufen, aber es geht. Ich gehe mal davon aus, dass das noch ein paar Tage dauert und dann wieder gut ist.

Was ist nun mein Fazit?
Eine Interessante Herausforderung, die definitiv mehr Übung benötigt, welche mir durch 2x blutige Blasen nicht gegönnt war.
Die Kombi aus Gel-Einlagen unter den normalen Einlagen und Wandersocken hat gut gegen Blasen geholfen. Habe diesmal „nur“ 4, aber an Stellen, die nicht zum Abbruch geführt hätten.
Das Merinoshirt, welches ich mir geholt habe, ist echt genial. Beim Schwitzen bleibt man damit am Rücken problemlos trocken.

Der Fleecepulli, den ich die ganze Zeit an hatte, war nichts. Absolut nicht atmungsaktiv.
Desweiteren bin ich froh, dass ich eine Jogginghose an hatte. Locker, warm und kein Scheuern!

Dazu eine gute Retroshorts und es bleibt alles an einer Stelle. Bloß keine Boxershorts verwenden!
Die Taschenlampe, die ich mir geholt hatte, war supi.
Wechselkleidung kann man sich eigentlich sparen.
Während des Laufes, hatte mich das Gewicht der Regenjacke permanent genervt, aber wo ich dann auf meinen Abholservice warten musste, war ich doch sehr froh, diese zu haben, da es echt feucht und kalt war.

tobias

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