Mein VW Golf Country

Ob man ihn liebt, oder hässlich findet, ist Geschmackssache. Ich bin quasi mit ihm groß geworden und finde, dass er einfach was besonderes ist.

„Gekauft“ hat ihn meine Mutter 1991. Wobei gekauft eigentlich das falsche Wort ist. Eingetauscht trifft es wohl eher. Sie besaß damals ein Golf 1 Cabrio mit einem Schaden an der Vorderachse. Als sie an ihrem Händler vorbei fuhr, sah sie dort den Country stehen und fragte direkt nach, was dieser kosten würde. Da 1991 kurz nach der Wende war, war die Nachfrage nach Golf 1 Cabrios extrem hoch und es wurden unbeschreiblich hohe Preise gezahlt. So kam es zu der kuriosen Geschichte, dass der Händler (VW Vertragswerkstatt, als was seriöses), ihr angeboten hat, das gebrauchte Cabrio gegen den neuen Country zu tauschen.
Als mein Bruder 18 wurde, wurde dieser der neue Fahrer des Country, da meine Mutter eigentlich nie ein Auto brauchte.
Gute 4 Jahre später, hatte er sich aber ein neues Auto geholt und als ich dann 18 wurde, durfte ich ihn fahren.
In den gut 14 Jahren, in denen ich ihn nun fahre, hat es sich irgendwann dann ergeben, dass mein Vater mir auch noch den Fahrzeugschein gegeben hat und seit dem bin ich nicht nur Besitzer, sondern auch Eigentümer des Country.

Da der Country nun ca. 18 Jahre auf der Straße steht und kein Dach über dem Schiebedach besitzt, hat an ihm leider ziemlich der Zahn der Zeit an ihm genagt. Zusätzlich ist die Inneneinrichtung auch nicht mehr wirklich in Ordnung. Aber kein Wunder, da er über 10 Jahre intensiv genutzt wurde, bis er vor 5 Jahren durch den Yeti abgelöst wurde. Seit dem wird er ca. 1-2 mal in der Woche gefahren.

Nun aber genug der Vorgeschichte.

Da ich seit einem Jahr nun endlich Geld an sparen kann, habe ich beschlossen, dass ich ab sofort ihn Stück für Stück aufarbeiten will.
Mir ist durchaus bewusst, dass dies sich über Jahre ziehen wird. Als Ziel habe ich mir xx.xx.2021 gesetzt. Also wenn er 30 Jahre wird und somit als Oldtimer gilt.

Bis dahin ist allerdings sehr viel zu tun.

Baustellen, die mir auf Anhieb einfallen:

  • neue Reifen
  • Neue Bremsscheiben und Bremsbeläge (durch 1 Jahr Standzeit, sind die Bolzen des Bremssattels scheinbar festgerostet und die Beläge einseitig abgefahren.
  • Bremsleitungen sind rostig
  • Kleinere Roststellen am Unterboden
  • Starke Roststellen unter der Verkleidung
  • Linke Türen unten durchgerostet
  • Fahrer und Beifahrersitz lösen sich auf
  • Handbremshebel hatte unser Hund mal gern
  • Schalthebel abgenutzt
  • Lüftermotor nur noch Stufe 1+3
  • Teppich durch Feuchtigkeit und Benutzung quasi totalschaden
  • Fehlende Bohrung in Karosserie für Ablaufschlauch vom Schiebedach (Unfallschaden linke Seite sei dank)
  • Diverse Beulen (Dank Frau und diversen Idioten)
  • Frontscheibe dank billigem Eiskratzer völlig verkratzt
  • Himmel hat sich abgelöst
  • Vom Lackzustand will ich mal garnicht reden…

Wie ihr seht, eine lange Liste, ohne dass ich groß denken musste.

Das Problem, was sich mir nun stellt ist, dass ich ein Budget von 200€ im Monat habe, um ihn aufzuarbeiten. Also quasi nichts, aber auf drei Jahre gesehen, ist das doch eine Menge Geld.

200€ * 12 Monate = 2400€ / Jahr
2400€ / Jahr * 3 Jahre = 7200€

Also ich finde, dass man mit 7200€ + Eigenleistungen doch sehr weit kommen müsste.

Anfangen werde ich erst einmal bei den TÜV relevanten Dingen, wie den Reifen und Bremsen. Die sind nun die nächsten 2 Monate dran.
Gleichzeitig werde ich aber bei gutem Wetter schon mal einzelne Roststellen am Unterboden beseitigen, da ich das Material dafür schon seit Dezember etwa besitze, aber bisher kein trockener und warmer Samstag vorhanden war, wo ich Farbe verarbeiten kann.

Mein letzter Versuch bei 5°C etwas zu lackieren, ist grandios in die Hose gegangen, von daher nur noch bei min. 10°C und dann mit viel Trockenzeit.

Aber so lernt man immer wieder dazu und ich werde euch von meinen Erfahrungen hier berichten.

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