Nachtwanderung GrenzRoute 1

Länge: 45km
Dauer: 9 Std
Durchschnitt: 5,0 km/h
Höhenmeter: + / – 700m
GPX Datei

Heute war es mal wieder Zeit für eine neue Trainingsrunde. Diesmal vom Dreiländereck nach Raeren und zurück. Da es ab 35km hier keine Runden mehr gibt, muss ich nun etwas tricksen und es bleiben nur noch Fernwanderwege, wo ich mir eine nette Strecke raus suche. Auch wenn es evtl. dann etwas langweiliger wird, wenn man die Strecke hin und zurück geht, sieht man trotzdem neue Dinge, die man vorher nicht beachtet hat, oder einfach nicht sichtbar waren. Da das diesmalige Training allerdings auf dem Rückweg durch die Dunkelheit ging, war da nicht viel zu sehen, sondern eher Training für Körper und Nerven. Immerhin ging es 4 Stunden durch teilweise sehr dunkle Abschnitte.

Die heutige „Runde“ war ein Teil der GrenzRoute 1. Da mir klar war, dass ich im nach hinein eh nicht mehr weiß, was ich alles auf dem Weg hatte, habe ich während des Laufens Tagebuch geschrieben.

18:00 Uhr
Schuhe an, Rucksack auf den Rücken und los geht’s.
Und direkt erst einmal geht es runter und gut wieder rauf.

18:30 Uhr
Gut warm gelaufen, verlangt der Weg erst mal einiges ab, so steil, wie es hoch geht.

18:45 Uhr
Oben angekommen, geht es gemütlich weiter und wieder bergab.

18:50 Uhr
Vorbei am Kletterwald… am liebsten würde ich nun eine runde klettern ..  geht es über die Lütticher Str. wieder in den Wald Richtung Entenphul.

19:40 Uhr
Nach 9 km geht es das 1. Mal durch Belgien

19:45 Uhr
Die nächste Herausforderung des Weges mit anschließenden idyllischen Weg.

19:55 Uhr
Die ersten 10km sind geschafft.
Schmerzen sind bisher keine. Bisschen Rückenschmerzen im Kreuz vom ungewohnten Zusatzgewicht, aber nicht dramatisch.
Die Füße sind soweit ok. Merke ein wenig, dass ich halt mit Zusatzgewicht unterwegs bin, aber keine Blasen etc.
Ansonsten klebt die Haus, weil es recht schwül ist.

20:05 Uhr
Köpfchen ist erreicht und direkt mal ein Problem. Der Wegweiser passt nicht mit dem GPS und der Karte vorort überein. Laut Wegweiser geradeaus und laut Karte und GPS erst mal rechts die Straße weiter nach Belgien rein.
Ich geh mal nach dem GPS.

20:15 Uhr
Ein paar Mountenbiker, die mir schon mehrfach begegnet sind, wollten wissen, was ich für eine Strecke zu so später Stunde wandere 😀 Die waren etwas fasziniert von der Strecke, wie lang und bis wann ich noch unterwegs bin.

20:35 Uhr
Einmal über die A44. Mal kein so schönes Stück. Keine Fußwege und jede Menge Verkehrslärm.

20:45 Uhr
Nach 14,8km mache ich noch einen kleinen Abstecher. Ich hoffe mal, dass dieser nicht umsonst sein wird.

20:50 Uhr
Wie hätte es anders sein können. Die Frittenbude hat natürlich schon zu 🙁

20:55 Uhr
Nun geht es nach 600m Umweg weiter Richtung Raeren.

22:10 Uhr
Mit ein paar Minuten Verspätung, da ich einmal nicht abgebogen bin und somit ca. 500m mehr gehen musst, bin ich an der Raerener Burg angekommen.



Eine echt schnucklige kleine Burg, aber gut gepflegt.
Apropos Pflege…
Mein Rücken schmerzt im Kreuz. Die Hüfte hat zwischendurch mal gestresst, hat sich aber wieder beruhigt. Was mich aber gerade echt nervt ist der Schmerz in der linken Ferse. Dabei bin ich gerade einmal 22km gelaufen. Die muss ich ja auch noch zurück.
Aber bevor ich zurück gehe, nochmal der Versuch einen offenen Imbiss zu finden. Angeblich soll einer ca. 800m weiter einer sein. Ich versuchs mal. Im zweifel sind es einfach nur weitere Kilometer, die ich geschafft habe. Aber wehe der hat zu… das ist dann nicht sehr motivierend, da ich HUNGEEEEER habe und die Müsliriegel, halten nicht lang, von daher will ich die eigentlich nicht essen. 30 Minuten später hab ich dann noch mehr Hunger!!!
Aber genug getippt und gesessen, auf zum Imbiss!

20:30 Uhr
Tja auch das war nichts. Hatte zwar offen, aber nichts, was man so auf der Hand mitnehmen kann.
Schnell die Route neu Programmiert und auf geht’s Richtung Dreiländereck. Bei der nächsten Bank wird erst einmal die Trinkflasche wieder gefüllt und die Müsliriegel rausgesucht. Achja und Licht. Nun wird’s langsam dunkel.

23:00 Uhr
Inzwischen habe ich die 25km Marke überschritten. Meine angepeilten 2 Uhr werden nichts, da aus den geplanten 40km mal eben 45 werden 😀
Bis auf Rücken und Ferse ist noch alles ok.
Erfreulich fand ich die Feststellung, das ich von der letzten Wanderung noch Waffeln im Rucksack hatte. Die Trinkflasche ist auch wieder voll. Zusätzlich habe ich nun eine Warnweste und die Kopflampe an.

23:50 Uhr
Inzwischen bin ich wieder in Lichtenbusch und habe die 30km geschafft.
Zustand? Ich sag nur Ferse und Rücken. Sonst geht’s eigentlich ganz gut. Hab so meinen Schritt und mit dem geht’s Schritt für Schritt weiter 🙂

24:00 Uhr
Ich habe einen neuen Schrittrekord geschafft: 46759!

00:15 Uhr
Aktuell bin ich mitten im Wald zwischen Lichtenbusch und Köpfchen. Es ist stock düster und fast nichts zu hören. Nur ein wenig die Autobahn, die ich eben wieder überquert habe.
Am liebsten würde ich gerade eine Hängematte auspacken und mich einfach nur hinlegen. Es ist angenehm warm und ruhig. Echt entspannend 🙂

00:30 Uhr
Nach 33,5km bin ich wieder in Köpfchen.
Aktuell läuft es, bis auf die bekannten Stellen, ganz gut.

00:50 Uhr
Nachdem ich wieder an Entenphul war, habe ich nun die 40km Marke geknackt.
Kurz davor hatte ich eine kurze Pause eingelegt. War allerdings ein Fehler. Danach schmerzten nicht nur die Füße, sondern die Beine haben extrem gezogen. Ausserdem meldete sich die Müdigkeit, die ich nun erstmal wieder weglaufen muss.

02:55 Uhr
Unter ziemlichen Schmerzen die letzten Kilometer, habe ich es nun endlich geschafft. Die Freude hält sich durch die Schmerzen allerdings in Grenzen. Aber ich habe es geschafft. 45,2km in 9 Stunden. Womit ich einen Durchschnitt von 5km/h gehalten habe 🙂 Was ich irgendwie immer wieder seltsam finde ist, dass das GPS behauptet, dass ich 700m Anstieg und 714m Abstieg hatte. Wie kann das sein? Das Auto steht immer noch am selben Punkt 😀

Fazit:
Es war eine ziemliche Herausforderung die gesamte Strecke alleine zu laufen und das im Dunkeln.
Diesmal habe ich aber ein paar Fehler gemacht:

  • Zu wenig zu essen
  • Das was ich hatte, war ungeeignet. Müsliriegel sind toll, halten aber nur eine halbe Stunde und danach werde ich wahnsinnig vor Hunger!
  • Waffeln sind auch lecker, aber trotz 100kcal pro Waffel irgendwie ungeeignet.
  • Das Beste, was ich bisher dabei hatte waren Brötchen mit VIEL Butter und 3-4mm dick Bergkäse! Somit Fett, Kohlenhydrathe und Eiweis in einem!
  • Reines Wasser ist absolut ungeeignet. Das nächste mal kippe ich wieder meine selbstgemachte Elektrolyt-Mischung rein.
  • Nach dem Laufen direkt WARM anziehen. Der nächste Tag begrüßte mich mit Schnupfen 🙁
  • Ich muss die Schuhe weiter einlaufen und mir andere Socken kaufen. 30-35km mit Baumwollsocken ist ok, aber bei mehr wird es kritisch.
  • 5 Liter Wasser für die Nacht war zu viel. Habe nur 2 Liter gebraucht. Bei Sonne 1L/10km. Nacht 0,5L/10km.

Nachtrag:
Mein weiteres Training muss ich leider um mindestens eine Woche verschieben. Habe zwei Tage später gesehen, dass die Blase voll Blut war. Keine Ahnung, warum ich zwei Tage nicht unter den Fuß geguckt habe, aber irgendwie war mir klar, dass es eine Blase ist, aber mit Blut hatte ich nicht gerechnet. Da die Blase aber zu ist, dauert es etwas, eh die weg ist.

       

tobias

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.