Nachtwanderung Grenzroute 6

Wenn man schon am nächsten Tag einen Feiertag hat, muss man diesen ja auch nutzen 🙂 Viele gehen Feiern, trinken Alkohol oder sonstiges und was mache ich?

Länge: 15,6km
Dauer: 3 Std
Durchschnitt: 5,1 km/h
Höhenmeter: + / – 430m
GPX Datei

Ich fahr um kurz vor 22 Uhr zum Dreiländereck um eine Nachtwanderung zu starten 😀 Habe ja am nächsten Tag Zeit zum schlafen 😉
Gesagt getan.
Was habe ich alles eingepackt?

  • Rucksack Deuter Futura Pro 42
  • Wanderschuhe
  • Wasserflaschen
  • Eine Kleinigkeit zu essen für den Notfall.
  • Kleines Erste-Hilfe-Paket
  • GPS
  • Taschenlampe
  • Kopflampe
  • Geladene Akkus (hätte etwas eher laden sollen 😀 )
  • Reserve-Batterien
  • Handy

Alles ins Auto gepackt und los ging es. Nach ein paar Minuten war ich schon am Parkplatz. Ein ganzer Parkplatz nur für mich! Das nenn ich mal Auswahl und nein, ich habe mich direkt entschieden, wo ich parke 😀
Meine neuen Wanderschuhe angezogen, GPS eingeschaltet, Route geladen und Rucksack geschnappt.
Auf gings. Um 22:36 Uhr habe ich den Parkplatz verlassen und es ging erst einmal in den Wald. Da ja noch Licht vorhanden war, ging es erst einmal ohne Licht. Der erste Weg ging schon mal direkt gut und die Beine. Direkt erst einmal richtig gut bergab und nach ~500m wieder rauf. Anschließend verlief der Weg über einen Trampelpfad am Feldrand auf direktem Weg runter Richtung Vaals. Dieser Weg verläuft direkt an der Deutsch-Niederländischen Grenze.
Nach einigen kleineren Straßen ging es dann am beleuchteten Gemeindehaus Vaals vorbei. Für Fotointeressierte könnte dies ein schönes Objekt sein.


Anschließend ging es mehrere Kilometer nur geradeaus durch die Vaalser Wohnsiedlung, bevor es dann über kleine Trampelpfade weiter nach alt Lemiers ging.

Auf diesen schmalen Wegen muss man echt aufpassen, dass man keine böse Überraschung erlebt. Da richtet man die Taschenlampe auf den Boden, um Steinen und Löchern auszuweichen, da steht man plötzlich vor einer 2m hohen Brennnessel. Na die mag ich aber nicht im Gesicht haben!


Alt Lemiers durchquert und weiter über immer schmaler werdende Wege rauf Richtung Wald.
Da in meiner Kopflampe, die ich mal an einem See gefunden habe, noch die alten Batterien waren, ging mir langsam das Licht aus. Also hieß es im Dunkeln beim Laufen die Batterien wechseln. Normale Taschenlampe in den Mund, Kopflampe geöffnet, alte Batterien raus, neue rein, Lampe zu und … toll! Was ist denn nun los? Kein Licht. Die Kontakte mit einem Schlüssel gereinigt, aber keine Besserung. Supi! Ich bin begeistert! NICHT! Also hieß es die nächsten Kilometer Taschenlampe in der Hand halten. Wie gut, dass die Akkus von der Taschenlampe nicht mal voll waren 😀 Also blieb mir nur übrig, die Lampe nur so hell wie nötig zu machen. Für den Fall der Fälle hätte ich noch eine Taschenlampe und mein Handy und Reserve-Batterien gehabt, worauf ich aber verzichten wollte um zu gucken, was möglich ist.
Mit voran schreitendem Weg, wurde es immer dunkler, da der Mond nicht da war und die Bäume immer dichter. Nicht nur, dass ich mit wenig Licht lief, hatte das GPS durch die dichten Bäume ziemlich mit der Genauigkeit zu kämpfen. So war ich je nach Himmelsrichtung ~20m angeblich parallel zum Weg, auf dem ich wirklich war. Machte das Orientieren an Kreuzungen nicht wirklich einfacher. Meist sind die Hinweisschilder deutlich hinter der Kreuzung zwischen Brennnesseln gewesen, so das ich sie eher durch Zufall gesehen habe. Somit war ich eigentlich komplett auf das GPS angewiesen.
Dementsprechend war auch die Konzentration auf den Weg und das GPS. Wenn dann auf einmal neben dir ein Tier fluchtartig abhaut, geht der Schreck durch den ganzen Körper. Da hieß es erst einmal ein paar Minuten Gänsehaut 😀
Das Schlimme am nächtlichen Navigieren mit dem GPS ist, dass man permanent auf das Gerät guckt um zu kontrollieren, ob man noch richtig ist und dann mitbekommt, wie wenig Strecke man gerade einmal geschafft hat. Die extreme Stille und Dunkelheit nagen dann zusätzlich ein wenig an den Nerven und man kommt sich echt klein und fast hilflos in dem Wald vor. Ohne Licht und Navi macht das keinen Sinn einen Meter zu gehen. Die Chance gegen einen Baum oder noch schlimmer einen Abhang zu laufen ist viel zu groß. In dem Fall bliebe echt nur übrig sich dort gemütlich hinzuhocken und auf Tageslicht zu warten.
Aber gut ausgestattet und vertrauen ins Navi ging es einfach weiter.
Bei jeder Steigung musste ich mir allerdings selber zureden: „Du schaffst das! Einfach machen!“
Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte ich dann den belgischen Aussichtsturm erreicht. ENDLICH. Kurz noch die paar Meter bis zum Parkplatz und dann bist du da. Jaaahhaa denkste. Der Weg führte zwar fast parallel zur Straße, ging aber doch nochmal gut runter und wieder rauf. Echt faszinierend, wie lang auf einmal ein kurzes Stück sein kann. Immer der Gedanke: „ach der Parkplatz ist ums nächste Eck“ und es dauerte gefühlt eine halbe Ewigkeit bis ich endlich am Parkplatz war.
Angekommen, erst einmal Rucksack, Schuhe aus, Pulli an und auf einen großen Stein gelegt um die Ruhe zu genießen 🙂
Nach 3 Stunden hatte ich die 16km geschafft. Laut GPS hatte ich einen 5,1er Durchschnitt, was ich echt ok finde, da ich tagsüber nicht nennenswert schneller bin. Da habe ich meist einen 5,4er Schnitt.

Wie sich am nächsten Tag herausstellte, war es eine gute Entscheidung nachts zu laufen. Der nächste Tag war erst unerträglich heiß und anschließend gab es Gewitter mit Starkregen. Bestes Wetter einen neuen Blog zu schreiben 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.