Rhein-Ahr-Marsch Trainingsrunde

Nach dem Megamarsch im, wo ich gesundheitsbedingt bei 64km abbrechen musste, gibt es nun ein neues Ziel.

Der Rhein-Ahr-Marsch!

Erneut 100km in 24 Stunden!

Allerdings gibt es massive Unterschiede zwischen den beiden Events. Da mich diese so fasziniert haben, möchte ich diese hier als erstes erwähnen.

Was machen die Veranstalter vom Rhein-Ahr-Marsch soviel anders, als die vom Megamarsch?

  • Auf die 100km gibt es 13!!! Versorgungspunkte und nicht nur 4.
  • An allen Abbiegungen werden 20cm große, reflektierende Schilder montiert.
  • Der Marsch beginnt abends um 20 Uhr. So ist man noch fit, wenn man durch die Dunkelheit muss und wenn man dann müde wird, ist die Sonne da und weckt einen, sofern sie hoffentlich scheint 😉
  • In der Dunkelheit gibt es nur ungefährliche, gut ausgebaute Wege. Der bergige Part ist mit Tageslicht. Also für mich schon mal gut, da ich dann auch die Steine richtig sehe 😀
  • Großteils läuft die Strecke in der Nähe von Bahnlinien, so das es im Notfall viele Möglichkeiten gibt, den Lauf abzubrechen und mit dem Zug wieder zurück zu fahren.
  • Wenn dann endlich die Blätter an den Bäumen sind, sind viele Teile des Weges im Schatten.

Da ich nicht so unvorbereitet laufen wollte, wie beim Megamarsch, war ich begeistert, dass vor meinem Urlaub der Veranstalter in seinem Newsletter die GPS Daten zu dem endgültigen Weg veröffentlicht hatte.

Was lag also näher, als den Weg schon mal vorab zu gehen?

Nun war aber das logistische Problem mit den Lebensmitteln. Also den Weg in das GPS Programm geladen und mal geguckt, wo ich gute Start und Endpunkte habe.

Nach einiger Überlegung habe ich mich dann für eine Drittelung entschieden.

Tag 1:

Mit dem Auto nach Rheinbach. Nachdem ich erst einmal falschrum um den Weiher am Beginn der Strecke gelaufen bin 😀 ging es dann recht schnell in die Innenstadt von Rheinbach und dort durch ein schönes, altes Tor.

Von dort ging es dann durch diverse Felder und Baumschulen in den Kottenforst.

Über die Wege kann man sich nun streiten. Am Tag sind die Wege ganz schön, aber irgendwie auch wieder sehr langweilig, weil man teilweise 2km nur geradeaus läuft, dann biegt man ab und läuft wieder min. 1km geradeaus und das ganze geht dann etwa 12km so. Allerdings muss man sich wiederum bewusst sein, dass man hier zwischen 22 und 1 Uhr etwa laufen wird. Also wenn es dunkel ist und da ist es doch recht angenehm, wenn man glatte Wege hat. Somit heißt es einfach in der Zeit Strecke machen!

Am Ende vom Kottenforst wird es das erste mal etwas steiler auf dem Abstieg nach Bonn-Bad Godesberg. Bad Godesberg selber ist jetzt nicht sooo besonders in diesem Bereich, da man einfach nur durch Wohnsiedlungen auf direktem Weg Richtung Rhein geht.

Am Rhein selber ist es dann wieder interessanter. Ich hoffe nur, dass ich bei der eigentlichen Wanderung dann im Juli nicht so einen Gegenwind haben werde, wie ich es am 1. Tag hatte. Mein Schnitt ist in kürzester Zeit von 5km auf 4,5 abgesunken und das, wo ich doch NUR noch bis Bonn-Mehlem musste.

In Bonn-Mehlem ging es dann mit dem Zug nach Bonn und von dort nach Rheinbach zurück. Für die ca. 38km habe ich letztlich etwa 8 Stunden benötigt.

Dafür, dass ich eigentlich kein Training hatte, kein schlechtes Tempo.

 

Tag 2:

Morgens ging es wieder recht früh los, da ich diesmal bis nach Walporzheim fahren musste. Von dort ging es dann mit der Ahrtalbahn bis nach Bonn-Mehlem.

Nach einem kurzen Weg vom Bahnhof zum Rhein, ging es nun an diesem fast immer über den Uferweg auf direktem Weg nach Remagen. Vorbei an diversen Villen und anderen schönen Häusern.

Manchmal frage ich mich ja, warum wir in NRW so viele langweilige und hässliche Bahnhöfe haben, wenn man zwischendurch sieht, dass es auch ganz anders sein kann. Hier zum Beispiel der Bahnhof Rolandseck.

In Remagen angekommen, zeigt sich auch schon auf der gegenüberliegenden Rheinseite der erste Teil der Remagener Brücke.

Kurz darauf steht man auch schon an den imposanten Resten der Brücke.

Angekommen an der Brücke, hat man bereits die Hälfte der Strecke geschafft. Bergfest 😉

Kurz hinter Remagen verlässt der Weg den Rhein und schwenkt allmählich ins Ahrtal, wo es direkt ein klein wenig WÄRMER wurde! Kein Wunder, dass die dort Wein anbauen.

Nach verschiedensten Wegen zeigt sich zum ersten mal die Ahr.

Der Weg verläuft nun großteils auf dem Ahrradweg, wechselt zwischendurch aber mal wieder ab und läuft etwas abseits.

Angekommen in Bad Neunahr wird man direkt durch parkähnliche Wege begrüßt. Bei dem eigentlichen Marsch wird das bestimmt das absolute Schaulaufen, wie auf einem Laufsteg 😀 Vor allem ist Bad Neunahr recht lang, wodurch sich der Weg doch etwas zieht.

Nach dem dann Bad Neunahr Ahrweiler geschafft war, ging es durch Weinfelder Richtung Walporzheim.

Hätte man nicht die Zeit im Nacken, würde man am liebsten dort verweilen und bei der Kulisse der Fantasie freien lauf lassen. Man könnte glatt meinen, dass dort Harry Potter oder ähnliches gedreht wurde.

Nach 6,5 Stunden waren die 33km dieses Abschnitts geschafft.

Diesmal allerdings mit dem Problem, dass ich zu wenig zu trinken bei hatte. Am Tag 1 hatte ich 2 Flaschen und habe nur eine gebraucht. Nun bei weniger Kilometer aber über mehr als 2 Flaschen. So musste ich zwischendruch dann noch Bachwasser abfüllen. Lecker ist anders. Achja und am Abend hatte ich einen richtig guten Sonnenstich! Die Sonne hat an dem Tag echt heftig geknallt!

Tag 3:

Nachdem ich ein paar Tage pausiert hatte, wegen diverser Nachwehen durch den Sonnenstich etc. ging es nun wieder Richtung Rheinbach. Von dort dann mit dem Zug wieder nach Bonn und anschließend mit der schon fast urigen Ahrtalbahn nach Walporzheim.

Also wer mal eine Bahnfahrt mit besetzten Stellwerken, Formsignalen, ohne Oberleitung und mit Freiluftleitungen haben will, sollte mal mit der Ahrtalbahn fahren. 🙂 Achja und die Bahnhöfe sind auch sehenswert!

Von Walporzheim ging es direkt wieder in die „Berge“.

Hier noch eine kleine Impression der Ahrtalbahn im Bahnhof Dernau.

Allmählich wird die Gegend immer schöner und man will am liebsten sich einfach hinsetzen und die Aussicht genießen. Man könnte meinen, man wäre in den Alpen angekommen.

 

Ab dem Bahnhof Rech holt einen dann aber die Realität GANZ schnell wieder ein. 😀

Laut GPS ist der Bahnhof nach ca. 75km. Nun geht es aber gut Steil in die Weinberge rauf. Wer also bis hier gekommen ist, wird nun anfangen zu sterben 😀 Die nächsten 2km gehen nur noch bergauf!

Die Aussicht entschädigt aber und man vergisst die schmerzenden Beine und genießt wieder einfach nur die Aussicht.

Wer mag, kann, bevor es nach Mayschoss geht, ein Portal in eine andere Welt benutzen 😀 Funktioniert aber nur, wenn man auch dran glaubt 😉

Mayschoss ist ja schon ein schöner Ort… Wäre er nur nicht so abgelegen! Aber vermutlich wäre es sonst nicht so schön klein.

Wenn man an der historischen Holzbrücke vorbei kommt, sollte man unbedingt auf den Radweg wechseln. An der Stelle ist die GPS Datei etwas ungenau und auf meinem GPS Gerät sah es so aus, als würde der Weg über den kleinen Trampelpfad unter den Bäumen lang gehen. War ein sehr schöner Weg. Aber am Ende fiel mir dann auf, dass dort irgendwie der Weg zum Radweg fehlte und ich somit nicht auf die Brücke kam, um den Weg durch den Tunnel fortzusetzen. Da ich keine Lust hatte, nun den Weg wieder zurück zu laufen, bin ich die Steine an der Böschung hochgeklettert 😀

Danach ging der Weg dann weiter durch besagten Tunnel.

Der letzte Bahnhof, der auf dem Weg liegt, ist Altenahr. Auch dieser Bahnhof ist wieder im typischen Design der Ahrtalbahn. Hoffenlich bleiben die noch lange erhalten.

Mit einem letzten Blick über Altenahr verlässt der Weg nun das Ahrtal.

Nach Altenahr geht es nun wieder durch gefühlt endlose Wälder, wo man, bis auf kurze knackige An- und Abstiege, wieder Strecke machen kann.

Nach weiteren 33km und etwa 7 Stunden war ich wieder zurück am Auto in Rheinbach.

Fazit:

Die Streckenführung ist gut durchdacht und das Ahrtal ist zwar etwas anstrengend, aber wirklich sehenswert und trotz der Anstrengung eine Erholung für die Seele. Wer einmal dort war, überlegt sich, warum überhaupt in ferne Länder auf anderen Kontinenten reisen, wenn es sooo schöne Regionen auch hier gibt.

Auch wenn ich Respekt vor den 100km im Juli habe, freue ich mich bereits jetzt auf das Abenteuer.

tobias

One thought on “Rhein-Ahr-Marsch Trainingsrunde

  1. Sehr schöner Bericht. Ich freue mich schon auf den RAM, nachdem ich beim gleichen Megamarsch aus ähnlichen Gründen ebenfalls nach 73 km abgebrochen habe.
    Zwar lese ich immer noch in der Megamarsch-Gruppe mit, ärgere mich aber immer wieder über die – ich nenne es so – Abzocke. Wie ich lese, hat sich zwar bei den folgenden Veranstaltungen Einiges verbessert, aber meine Meinung steht. Hier geht es um Profit. Sicher möchten auch die RAM-Veranstalter Geld in die Vereinskasse bekommen, aber die Unterschiede sind wirklich eklatant.

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