Unser Weg mit und gegen HD

Der Weg mit HD

Wie ihr ja sicherlich bereits wisst, hat die liebe Maggie seit sie klein ist Probleme mit ihrer Hüfte.

Sie wurde im Alter von 11 Monaten daran das erste Mal operiert, nach der PIN Methode. Dadurch wurde sie einige Zeit schmerzfrei, aber mit der OP  entstand auch der Fehler in ihrem Gangbild, sie kreuzt die Hinterbeine.

Mit vier Jahren stellte ich Maggie unserer ersten Physiotherapeutin vor, bei der sie dann wöchentlich die Praxis besuchte und immer schön lockernd massiert wurde bevor es dann zum Muskelaufbau ins Unterwasserlaufband ging.

Als Maggie fünf war halfen weder die vorbeugenden Maßnahmen, noch die vorausgegangene OP, da nun die andere Hüftseite aufgrund des Verschleißes schmerzhaft entzündet war. Mit unserer Physio gemeinsam suchten wir nach einer Lösung, die nicht künstliche Gelenke heißen sollte. Warum nicht fragen sich vllt. manche!? Ganz einfach diese Kunstgelenke haben beim Menschen schon ihre Risiken, dieser kann jedoch negative Auswirkungen schneller kommunizieren, sodass effektiv eingegriffen werden kann. Ein Hund kann dies nicht. Und wenn der Hundekörper mit den Kunstgelenken nicht klarkommt, auf das Material gar reagiert, so ist dann das Ende gekommen. Für mich ist bei dieser Methode also einfach das Risiko zu hoch mehr Schmerzen zu verursachen als vorher da waren.

Was dann? Ich wollte eine Methode finden, die möglichst nicht invasiv ist, deren Risiken überschaubar sind und die sich dennoch bei HD bzw. Arthrose bewährt hat. Wir stießen auf die Goldakupunktur und schnell war mir klar das könnte eine Lösung sein. Um sicher zu gehen wollte ich das Maggie von einem richtigen Spezialisten der Methode behandelt wird. Wir fanden heraus das Dr. Rosin eine Praxis in Köln hat. Genialerweise arbeitete dort seine langjährige Kollegin Frau Dr. Wilms. Für uns prima, da wir uns hier der nötigen Kompetenz sicher waren und für Maggie, da sie ja leider Angst vor Männern hat, seit sie mir von einem Tierarzt sehr stümperhaft behandelt wurde. (Anmerkung: Wie wir mit der Angst von Maggie umgingen und es nun handhaben, dazu schreibe ich euch demnächst auch mal einen Beitrag).

Die Goldakupunktur brachte eine Menge Lebensqualität zurück.

 

Der Weg gegen HD-  bzw. deren Folgen

Nun stand Muskelaufbau auf dem Plan, immer begleitet durch eine Hundephysio!

Was bei uns in  dieser Hinsicht half, waren zunächst kleine, langsam gesteigerte Runden an der Leine. Da meinem Wirbelwind dies allerdings zu langweilig ist, mussten Methoden her, die gleichzeitig gelenkschonend, muskelfördernd und auspowernd sind.

Wir fingen also zunächst mit einfacher Gymnastik in Form von Isometrischen Übungen an. Ergänzend bauten wir langsames Stangentraining ein, damit die stärker werdende Muskulatur auch gezielt eingesetzt wird.

Als somit die Hinterhand langsam stabiler wurde begannen wir damit Maggies Wasserliebe zu nutzen und brachten ihr bei unseren Bach entlang zu traben. Wie man das schafft? Nun eine Patentlösung habe ich nicht. Bei uns hat es geholfen, dass ich anfangs mit im Bach war und vorging. Als Maggie dabei immer sicherer wurde, fingen wir an dass Herrchen auf der einen Bachseite und ich auf der anderen Seite entlang gingen und Maggie in unserer Mitte durchs Wasser ging. Sie entwickelte schnell daran einen solchen Spaß, dass sie immer öfter von selbst in den Bach sprang und dort fröhlich lang trabte. Dieses Training im Wasser ist besonders effektiv, da der Wasserwiderstand die Bewegung bremst, sodass es ganz schön anstrengend ist vorwärts zu kommen, gleichzeitig, aber das Wasser auch puffert, sodass die Füße wie auf weichem Boden keinen Schlag nach oben weiterleiten. Diese Form des Trainings ist bis heute beliebt bei uns und Maggie.

Eine weitere Form ist: das Fahrrad fahren. Dabei ist ein leichter Trab erwünscht, der gleichförmig durchgehalten die Muskulatur mehr aufbaut als lange Runden, bei denen Stopps und Wendungen auch schon mal die Gelenke belasten oder zu Verspannungen führen können. Hier machte ich mir Maggies rassetypischer Folgewille zu nutze. Wenn ich auf dem Fahrrad langsam vor fuhr, so wollte sie mich nicht verlieren und folgte mir zuverlässig. Als dies erreicht war begann ich sie mit Geschirr und Leine am Rad zu führen. Sie störte sich schnell nicht mehr am Rad, sodass ich nun die beiden Schritte verbinden konnte. Ich fuhr also in angepassten Tempo mit angeleinter Maggie und zeigte ihr somit welche Gangart ich gerne von ihr hätte. Auch heute trägt sie immer ein Geschirr beim Radeln und ich die Leine. Angeleint wird sie aber nur noch selten, bspw. wenn der Verkehr es erfordert. Sonst läuft sie frei neben oder vor meinem Rad und kleine Stimmkommandos wie „langsam“ „schnell“ oder „stopp“ reichen uns vollkommen um geordnet über die Runde zu kommen.

Unsere neuste Form des Trainings hat sich aus dem Wassertraben ergeben und ist die neuste, da wir hier erst seit ca einem Jahr wirklich effektiv dran trainieren können. Es ist das Schwimmen. Vllt. fragt ihr euch „Wie der Hund liebt Wasser aber hat erst soo spät schwimmen gelernt?“  Ja ganz Recht. Vorher ist Maggie zwar immer ins Wasser, aber nur soweit bis der Bauch nass wurde. Weiter wollte sie partout nicht und überlisten mit reinlocken ging nicht, denn sie hatte sehr schnell raus an welchen Stellen der Bach tiefer wird und mied diese. Um es zu erleichtern kaufte ich ihr eine Schwimmweste. Und ich musste natürlich wieder mal mit ins Wasser. Anfangs habe ich mich also an die scheinbar unberwindbaren Stufen des Bachs gestellt und mit ganz tollen Leckerchen Maggie immer bis da gelockt und wieder zurück gehen lassen. Als sie daran Spaß hatte begann ich sie an der tiefen Stelle immer erst kurz festzuhalten bevor es Lecker gab. Auch das war irgendwann ok, sodass ich so mutig wurde und sie ins tiefere Wasser zog, ihr dabei aber immer unter ihrem Bauch meine Arme hielt und ihr somit zusätzlichen Auftrieb gab. Anfangs fand sie das furchtbar, aber immer und immer wieder kam sie trotzdem bis zu mir. Irgendwann konnte ich anfangen von der Stufe weg tiefer zu gehen, sodass sie an der Stufe sich abstieß einen Paddelzug zu mir machte und ich ihr während ich ihr bei der Wendung half, das ersehnte Lecker gab. Hierbei ist anzumerken dass die bisher genannten Schritte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstreckten! Erst als all dies Routine wurde und Maggie immer mehr Spaß daran entwickelte ging ich dazu über dass ich auf der einen Seite eines tieferen Bachabschnitts im Wasser stand und Herrchen auf der anderen und wir sie wechselseitig abruften. Bei jedem bekam sie Leckerchen und wurde gefeiert. Irgendwann im letzten Jahr war es dann soweit dass wir unsere Schwimmstrecke von etwa 3 m pro Bahn im heimischen Dorfbach auf die Wurm verlagerten, wo je nach Wasserstand die Strecke 10 m beträgt. Auch hier zeigt sich Maggie als brave Schülerin und ist immernoch süchtig nach unseren Schwimmlecker, denn die gibt es nur dafür, sonst nie. Im Sommer haben wir uns dann auch mal in einen nahegelegenen Badesee getraut, aber dieser ist mir a zu überlaufen und b selbst zu tief, denn wenn ich nicht mehr stehen kann, sondern schwimmen muss, kann ich im Notfall Maggie auch schlechter helfen. Daher wird man uns auch dieses Jahr wieder in der Wurm finden 🙂 Natürlich nur wenns Wetter passt und wir nicht gerade Lust auf wandern, Wassertraben oder Radeln haben   😉

Soo dies ist hier ganz schön lang geworden, aber ich hoffe es hilft manchem Hundehalten. Aber eine oder zwei ganz wichtige Anmerkungen habe ich noch:  Wir trainieren nie unter dem Einfluss von Schmerzmitteln! Denn hier kann man leicht das Tier überfordern und zu schnell zu viel verlangen, weil man zu spät erkennt, dass etwas zu anstrengend ist! Punkt zwei: Wir wären nicht soweit gekommen ohne unsere Physios. Jede Woche hat Maggie Physio und somit kann nicht nur immer objektiv der Stand beurteilt werden, sondern die neue Muskulatur wird auch geschmeidig gehalten bzw. wenn mal Zwangspause war und die Muskulatur zurückgegangen ist, so kann die Physio sie gezielt auch zum Wachstum anregen! Daher sucht euch professionelle Hilfe! Diese kann euch auch sagen welche Übungen für euren Hund sinnvoll sind, unsere dienen nur als Exemplar und sind auch bewusst nicht vollständig bzw. als Trainingsplan verfasst 😉

 

 

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